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Carpe Diem

FAQ-CarpeDiem-CD
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TRACKLISTING

  1. doesn't
  2. bones of glass
  3. home
  4. skye (sound from outertown)
  5. liquid moon
  6. slingback
  7. year one
  8. introducing the cowgirl
  9. reduce to the max
  10. sunday afternoon
  11. difficult

FAQ – Carpe Diem
Label: Synthetic Product Records ‎– SPR032
Format: CD
Country: Switzerland
Released: 2003
Genre: Alternative/Electro

Carpe Diem, die seit Jahren mit eigenwilligen Kompositioen und dem charismatischen Sänger kontinuierlich von sich reden lassen. Um Namensverwechselungen zu vermeiden, wurde das Kürzel F.A.Q angehängt. Carpe Diem begleiteten Apoptygma Berzerk auf Ihrer 2000er Europatournee, und waren Vorgruppe u.a. bei DE/VISION, Mesh, Deine Lakaien, Clan of Xymox and In Strinct Confidence. Carpe Diem sind aber im Wandel, weg von den Düsterklängen, hin zu melancholischer Popmusik. Das Ergebnis war im Frühjahr 2003 in Form einer neuen CD präsentiert worden, eine Tournee folgte mit DE/VISION.

Album Reviews

Carpe Diem
Artikel veröffentlicht am 10.05.2003 | 2638 mal gelesen

Wer seinerzeit Zeuge der "Welcome to earth"-Tour von Apoptygma Berzerk wurde, der dürfte sich eventuell noch an den Schweizer Support-Act Carpe Diem erinnern, die sich damals redlich bemühten, das Publikum für Stephan Groth & Co. zum Auftauen zu bringen. Inzwischen heissen Carpe Diem nun F.A.Q. und präsentieren unter ihrem neuen Namen ihr drittes Album - rechnet man "Self-Fulfilling Prophecy" und "Re-Substitute" unter der Etikette Carpe Diem mal mit -, das wiederum, um die Verwirrung komplett zu machen, den Titel "Carpe Diem" trägt. Hintergrund dieses Neuanfangs ist eine leicht veränderte musikalische Ausrichtung des Trios, das zwar weiterhin seinem Elektro-Wave-Sound treu geblieben ist, dabei jedoch wesentlich frischer und offener klingt, als dies noch zu Carpe Diem-Zeiten der Fall war. So paart sich der typische Synthwave-Sound der Schweizer nun auch gerne mal mit Ambient-Klängen ("Skye", "Year One") und auch im weiteren Verlauf des Albums zeigen sich die Schweizer viel experimentierfreudiger als in vergangenen Zeiten. Insgesamt wirkt "Carpe Diem" um einiges vielschichtiger und abwechslungsreicher als die vorhergehenden Alben, auch die Vocals von Phil & Mary klingen nun deutlich verbessert. Die 11 Songs bewegen sich dabei alle eher im Midtempobereich und sind so eher für den gemütlichen Heimgebrauch als für die lauten Tanzflächzen geeignet. Durch seinen abwechslungsreichen Sound wird "Carpe Diem" erfreulicherweise nicht all zu schnell langweilig, wenn insgesamt gesehen jedoch noch Potential nach oben vorhanden ist und mit "Reduce to the max", "Introducing the cowgirl" und "Difficult" in meinem Ohren relativ belanglose (Fast-)Instrumentals doch etwas wie Lückenfüller wirken. Wer jedoch ein Herz für wavigen Synthiesound mit Mut zur Experimentierfreudigkeit hat, dürfte dies verschmerzen und sollte "Carpe Diem" auf jeden Fall mal antesten - es könnte sich lohnen ... Absolut nervend - dafür können F.A.Q. jedoch nichts - ist allerdings die neue "Promo-Politik" einiger Labels, die Songs gleich mit zwei "Ansagen" von Bandname & Songtitel zu versauen, "um es den Schreibern leichter zu machen, auf die Songs einzugehen". Tolle Idee - vielen Dank !

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F.A.Q (Frequently Asked Questions) ist eine weitere Band, die wie Silke Bischoff oder Evils Toy ihren Namen ändern musste bzw. wollte. Die früheren Carpe Diem wollen mit ihrem neuen, gleichnamigen Album eine Brücke zum alten Bandnamen schlagen und gleichzeitig in neue musikalische Gefilde vordringen. Denn nachdem man sechs Jahre als Carpe Diem erfolgreich war und Auftritte mit Bands wie Apoptygma Berzerk, Mesh, Deine Lakaien, De/Vision oder Clan Of Xymox vorweisen kann, entschieden sich die Schweizer offenbar, die mit der Namensänderung einhergehenden Veränderungen auch in ihrer Musik auszudrücken. "Carpe Diem" ist also als ein kleiner Neuanfang zu betrachten.

Beim ersten Durchhören könnten alte Carpe-Diem-Fans etwas enttäuscht werden. Noch auf dem letzten Album "Self-Fulfilling Prophecy" und der Maxi "Them" erschien der Sound wesentlich düsterer, während er jetzt erheblich poplastiger daher kommt. Doch Bands entwickeln sich zum Glück weiter und so sollte man sie nicht immer an ihren früheren Werken messen. Die neue Electro-Pop-Kurs steht F.A.Q nicht schlecht, denn auch hier erwartet den Hörer nicht etwa irgendein Gute-Laune-allerwelts-Gedudel sondern, wie für die Schweizer typisch, eine selbständige Interpretation ihrer Visionen.

Jeder Song auf "Carpe Diem" birgt etwas Neues zu entdecken. F.A.Q loten spielfreudig ihr neues Terrain aus. Der erste Song "Doesn't" erinnert mit seinen klaren Keyboard-Lines an den puristischen Sound der 80-er. Im Vergleich dazu wurde bei "Liquid Moon" mehr Gewicht auf die Melodie gelegt und die Verbindung mit dem Geigenspiel von Mary Santella macht diesen Song zu einem meiner persönlichen Favoriten auf dem Album. Und siehe da, F.A.Q haben ihre melancholische Ader bei allen Veränderungen nicht verloren.

Dennoch beschleicht einen manchmal das Gefühl, dass F.A.Q erst in ihre neuen Schuhe hineinwachsen müssen. Vor allem der Gesang von Philip Noirjean scheint ab und zu noch nicht so recht zur Musik zu passen. Aber bei Songs wie etwa "Sky" bleiben keine Zweifel, dass F.A.Q auch diese Hürde nehmen werden, denn die Kombination aus ruhiger Melodie und gedämpften Sprechgesang ist hier wiederum optimal. So werden zwar nicht alle Argumente der Skeptiker des neuen musikalischen Weges der Band entkräftet, aber man kann sicher sein, dass F.A.Q zweifellos den richtigen Weg eingeschlagen haben.
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